Hoffmann-Hammer-Trio

Chansons gepaart mit "Pfälzer Art"

Marktplatz Regional am 29.03.2006

„Freude am Musizieren und kleine Geschichten zelebriert“

Scheibenhardt: Hoffmann/Hammer-Trio bieten einen mitreißenden Abend im Bürgerhaus

„Gut, wieder hier zu sein bei Freunden“, mit dieser musikalischen Begrüßung – nach einem Lied von Hannes Wader sammelten Inge Hoffmann und Klaus Hammer am Samstagabend gleich zu Beginn Sympathiepunkte bei ihren Zuhörern im bestens besuchten Bürgerhaus Scheibenhardt.

Das Musikduo wird familiär ergänz durch Erich Hoffmanns Vorträge und die musikalische Unterstützung von Paul Reinig. Eingeladen hatte der Musikverein, zu dem schon lange freundschaftliche Beziehungen bestehen. Und wer so nah an der Grenze wohnt wie die Scheibenhardter, hat vielleicht ein besonderes Verhältnis zur Heimat und zu den Eigenheiten seiner Pfälzer Landsleute, dieser Mischung aus Bodenständigkeit und Lebensfreude. Und da die Grenze zu Frankreich letztendlich auch immer mehr zur Sprachgrenze wird, sind die Pfälzer Sprüche und Lieder ein gern gehörter Vortrag zur Identifikation mit dieser herzlich unkomplizierten, manchmal derben Sprache.

Die Geschwister Inge Hoffmann und Klaus Hammer schaffen mit ihren Liedern und Chansons, zum Teil Evergreens, aber auch eigenen Kompositionen, gute Stimmung. Erich Hoffmann garniert den Abend mit Vorträgen und Pointen in Pfälzer Mundart, die für befreiendes Lachen sorgen. Seine hintergründigen Reime und kleinen Geschichten sind in bunter Mischung zwischen die Musikstücke eingestreut.

Bevorzugt sind eindeutig die Pfälzer Geschichten – angefangen von der Erschaffung dieser besonderen Rasse, die mit guten Stimmbändern, Heimatliebe und Humor ausgestattet sind. Die lustigen Alltagsbegebenheiten, die überall in der Nachbarschaft beobachtet sein könnten, laden zum Schmunzeln und schaffen Gemeinsamkeit mit den Zuhörern.

Teilweise stammen die Texte vom Bellemer Heiner oder Reime von Gerd Runck, und nicht zuletzt schreibt Erich Hoffmann selbst seine Gedanken auf, die ihm – auch als aufmerksamer Beobachter während vieler Gastspiele – immer wieder über die großen und kleinen Schrullen seiner Mitmenschen und seiner Pfälzer Landsleute in den Sinn kommen. Deren besondere sprachliche Feinheiten zeigen sich dann, wenn Erich Hoffmann die geographische Linie zwischen den „Äpfel-Pfersich-Dörfern“ und den „Appel-Persching-Bewohnern“ aufzeigt oder gar vom „Humbadan“ – in Hochdeutsch: „Musikinstrument“ – der Pfälzer Musikanten berichtet.

Auf spielerische Weise verbinden die Akteure des Abends ihre Freude am Musizieren und an kleinen Geschichten zu einer durchaus erfolgreichen, nicht alltäglichen Mischung. Das Repertoire reicht von originellen Weinliedern über internationale Chansons bis hin zu Songs von Reinhard Mey oder Otto Reutter. Sie verstanden, ihren klaren Stimmen diesen Touch Poesie, Heiterkeit, Temperament oder auch Leidenschaft zu verleihen, der die Texte überzeugen ließ. Sei es beim sanft gehauchten Liebeslied „Frühling im Winter“, sei es beim überzeugenden Bekenntnis „Das Leben ist großartig“. Das begleitende Gitarrenspiel ergänzte die Songs perfekt durch akzentuierte Klänge und prägnantem Ausdruck.

So nah am europäischen Nachbarn und mitten im europäischen Kontinent erreichte in Scheibenhardt auch Martin Schütts Loblied eine ganz eigene Bedeutung. Die Besucher entließen die Künstler erst nach viel Applaus und einigen Zugaben aus ihrem europäischen Grenzdorf.

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